Bestattungsarten

Waldbestattungen, Naturbestattungen

und alternative Bestattungsformen

19/01/2021
Zuletzt geändert am 19/01/2021
Wald mit Trampelpfad und Lichtung

Naturbestattungen und alternative Bestattungsarten

Immer mehr Menschen wünschen sich eine individuelle Form der Bestattung. In den letzten 20 Jahren hat sich unsere die Bestattungskultur gewandelt und daraus sind wiederum neue Bestattungsformen resultiert. Die Möglichkeiten sind mittlerweile sehr vielfältig. Hinzu kommt, dass durch den demografischen Wandel Familien oftmals in ganz Deutschland verteilt sind und die Grabpflege sich auf die Entfernung schwierig gestaltet.

Besonders steigt die Nachfrage bei Naturbestattungen. Hier gibt es eine große Vielfalt, auf die zurückgegriffen werden kann. Wir möchten Ihnen einige von ihnen hier aufzeigen.

Eine häufig gewählte Bestattungsform ist die Wald- bzw. Baumbestattung. In Deutschland gibt es mittlerweile auf manchen Friedhöfen spezielle Grabfelder, an denen Asche verstreut werden darf. Zum Beispiel kann an einen Baum oder auf einer Wiese beigesetzt werden. In Xanten gibt es diese Möglichkeit allerdings nicht. Trotzdem müssen sie nicht darauf verzichten.

Waldbestattungen:

Der FriedWald (in ganz Deutschland)

Der Bestattungswald FriedWald ist eine Alternative zum klassischen Friedhof. Voraussetzung für die Waldbestattung ist in Deutschland die Feuerbestattung. Särge können im FriedWald nicht beigesetzt werden. Mitten im Wald ruht die Asche Verstorbener in speziell biologisch abbaubaren Urnen unter Bäumen. Eine kleine Namenstafel am Baum macht auf die Grabstätte aufmerksam. FriedWälder gibt es in ganz Deutschland. Der nächste FriedWald in unserer Nähe befindet sich in Goch-Tannenbusch. Da es sich um einen Wald handelt, kann der FriedWald jederzeit besucht werden. Zur Auswahl stehen Gemeinschaftsbäume, an denen mehrere Urnen bestattet werden, oder auch Familienbäume, die nur für die eigene Familie erworben werden können. Unter freiem Himmel kann an einer Andachtsstelle die Trauerfeier abgehalten und im Anschluss die Urne beigesetzt werden.

Als liebe- und würdevolle Möglichkeit bietet der FriedWald Goch auch Eltern von Sternenkindern eine letzte Ruhestätte. Der Sternschnuppenbaum stellt eine kostenfreie Grabstätte für Kinder, die im Hospiz gestorben sind oder bis zum 3. Lebensjahr. Die Bäume sind mit Sternenmotiven verziert und werden von älteren Bäumen umgeben, die einen symbolischen Schutz darstellen.

In den Niederlanden (Venlo)

Des Weiteren gibt es die Möglichkeit sich in einem Wald in den Niederlanden bestatten zu lassen. Das Nutzungsrecht kann für einen oder für mehrere Personen erworben werden. Hier sind sowohl Urnenbeisetzungen als auch die Bestattung mit dem Sarg möglich. Ein Findling oder ein schlichtes Namensschild ziert den Baum und markiert die Grabstätte. Der Verstorbene und sein Bestattungsbaum werden in einem Register geführt und so kann er selbst ohne Namensschild wiedergefunden werden. Es handelt sich hierbei also um keine Form der anonymen Bestattung. Aber auch die anonyme Bestattung ist hier möglich. Anders als beim FriedWald, kann hier jede biologisch abbaubare Urne zur Bestattung gewählt werden.

Weitere Naturbestattungsformen:

Das deutsche Bestattungsgesetz bindet Bestattungen hierzulande an den Friedhof mit dem sogenannten Friedhofszwang (siehe Quelle) und bietet wenig Alternativen. Allerdings sind unsere Nachbarn in den Niederlanden, in der Schweiz etc. liberaler und bieten viele verschiedene Möglichkeiten sich naturnah bestatten zu lassen. Auf diese Möglichkeiten können wir auch zurückgreifen.

Asche in den Wind verstreuen

Die Asche des/der Verstorbenen kann z.b. vor einem Bergpanorama in der Schweiz in den Wind verstreut werden.  

Almwiesenbestattung

Die Asche wird auf einer im Sommer blühenden Schweizer Almwiese verstreut. Auf Wunsch können Edelweiß gepflanzt oder Wildblumensamen gesät werden.

Bergbachbestattung

Für alle, die noch einmal reisen wollen: Die Asche wird in einen wilden Bergbach in der Schweiz gestreut und wird von diesem über die Aare und den Rhein bis zur Nordsee verteilt. Bei Verstreuung in der Mount Blanc Region, wird die Asche bis zum Mittelmeer getragen.

Verstreuung / Spazierstockbestattung

Die Asche kann in den Niederlanden überall verstreut werden. Ob Wald oder Wiese, hier sind keine Grenzen gesetzt. Eine besondere Möglichkeit der Verstreuung ist der letzte Gang, bei dem die Asche in einen Spazierstock gefüllt werden kann und die Angehörigen noch einmal gemeinsam spazieren können. Dabei gibt der Stock immer wieder teile der Asche frei.

weiter alternative Bestattungsformen:

Heluimballonbestattung

Die Asche des/der Verstorbenen wird in große biologisch abbaubare Naturlatexballons mit einem Durchmesser von ca. 45 cm umgefüllt und schließlich mit Helium befüllt und in die Luft steigen gelassen. Mit steigender Höhe, steigt auch der Druck auf den Ballon, bis er zerplatzt. Die Asche wird in diesen Moment freigegeben und in alle Himmelsrichtungen verstreut.

Heissluftballonbestattung

Die Asche wird von den Angehörigen bei einer Heissluftballonfahrt in den Wind gestreut.

Flugzeug/Helikopterbestattung

Dabei wird die Asche mit dem Flugzeug/Helikopter über die Bodenöffnung ins Meer gestreut. Angehörige können am Boden / Strand dabei sein oder selber mitfliegen.

See- und Flussbestattung

Die Asche wird entweder bei der Seebestattung mit einer speziellen Urne dem Meer übergeben oder die Asche in den Fluss gestreut. Unter anderem das Flussgebiet der Maas bei Roermond, Nederrijn, Waal und Ijssel. Auf Wunsch können weitere Flüsse in den Niederlanden angefragt werden. Die Seebestattung ist auch in Deutschland erlaubt und ist auch anonym preisgünstig möglich. 

Tauchbestattung

Im Rahmen eines gemeinsamen Tauchganges wird die Urne der Verstorbenen im Flussbett in den Seen der Maas, beigesetzt. Die Trauerfeier kann im Vorfeld an Bord des Schiffes stattfinden. Wenn Angehörige über Taucherfahrungen verfügen, dürfen sie die Tauchbestattung begleiten.

Lebensbaumbestattung:

Das Aschesubstrat wird mit der Erde eines Baumkeimlings Ihrer Wahl vermengt und ca. 6 Monate gezogen. Der Keimling nimmt in dieser Zeit die Stoffe der Asche auf und wird in einem Topf angezogen. Danach können Sie den Baum in Empfang nehmen und an einem Platz Ihrer Wahl einpflanzen.

Diamantbestattung oder Edelsteinbestattung

Bei der Diamant oder Edelsteinbestattung, wird aus Asche ein Diamant bzw. Edelstein hergestellt.
Der Edelstein kann auch aus ca. 10 Gramm Asche hergestellt werden und ist somit auch bei einer Erdbestattung möglich. Die Farbe des Edelsteins ist genauso individuell wie der Mensch. Die Diamanten bzw. Edelsteine können auf Wunsch in ein Schmuckstück gearbeitet werden.

Kristallbestattung

Aus Asche oder Haaren werden bei dieser Bestattungsform Erinnerungskristalle und Skulpturen angefertigt. Diese können zu Hause als Erinnerung verbleiben oder Teile der Asche in kleine Engels- oder Herzformen zum Umhängen eingearbeitet werden.

Die Möglichkeiten im Ausland sind fast unbegrenzt. Haben wir Ihr Interesse geweckt? Vereinbaren Sie einen unverbindlichen Beratungstermin mit uns, wir informieren Sie gerne über die zahlreichen Möglichkeiten der verschiedensten Bestattungsformen und finden für Sie den richtigen Weg zur letzten Ruhe.


Quellen: Bestattungsgesetz NRW (Friedhofszwang)
Erdbestattung: §14 Abs. 1 Satz 1
Feuerbestattung: §15 Abs. 5 Satz 2